Aus unserer Reihe: Allgemeines Programm

Amann, Gabriele & Rudolf Wipplinger (Hrsg.)

Sexueller Missbrauch

Überblick zu Forschung, Beratung und Therapie – Ein Handbuch

2005 , 1072 Seiten

ISBN 978-3-87159-044-3

58.00 Euro

Menge:

[ Warenkorb ]

3., überarbeitete und erweiterte Auflage 2005

„... um sich einen profunden Überblick über einzelne Themen zu verschaffen, ist es sowohl
für Fachleute als auch für interessierte Laien bestens geeignet und
als Standardwerk uneingeschränkt empfehlenswert.“
(Andrea Moldzio, Zeitschrift für Sexualforschung, 4/2006)

Dieses Handbuch stellt den gegenwärtigen Stand von Forschung und Praxis im immer mehr in das öffentliche Interesse gerückten Bereich sexueller Missbrauch umfassend, aktuell und fundiert dar. In 50 Artikeln geben die internationalen AutorInnen einen Überblick über die Verbreitung und Entstehung von sexuellem Missbrauch, über dessen Folgen, seine Diagnostik, Behandlung und Bewältigung sowie die Prävention. Darüber hinaus werden auch juristische und weitere mit dem Themenbereich zusammenhängende Aspekte behandelt.

Das Buch richtet sich an alle in Beratung, Therapie und Forschung Tätigen und alle, die eine grundlegende Aufarbeitung dieses Themas suchen.

Inhalt:

I. Allgemeine Aspekte
II. Epidemiologie
III. Ätiologie
IV. Folgen
V. Bewältigung, Coping
VI. Diagnostik
VII. Therapie
VIII. Prävention
IX. Spezifische Problembereiche bei sexuellem Missbrauch
X. Juristische Aspekte
XI. Anhang: Auszüge aus Strafgesetzbüchern


Mit Beiträgen von:
Gabriele Amann, Dirk Bange, Wolfgang Berner, Andrea Bertelmann, Elisabeth Bingel, Ulfert Boehme, Claudia Bommert, Renate Boos, Ulrike Brockhaus, Marie-Luise Conen, Günther Deegener, Herbert Duffek, Maria Eder-Rieder, Ulrike Ehlert, Cécile Ernst, Shirley Feldman-Summers, Peter Fiedler, David Finkelhor, Carola Fuchs, Elke Garbe, Luise Greuel, Thomas Gruber, Hans-Christian Harten, Frigga Haug, Christine Heim, Mathias Hirsch, Kathleen A. Kendall-Tackett, Hannes Kinzl, Hanna Kiper, Sabine Kirchhoff, Maren Kolshorn, Ulrike Kreyssig, Arnold Lohaus, Linda Meyer-Williams, Franz Moggi, Paul E. Mullen, Henriette Naber, Elfriede Neubauer, Barbara Neumann, Erika Pircher, Kenneth S. Pope, Hertha Richter-Appelt, Wilhelm Rotthaus, Sabine Schorsch, Steve Spaccarelli, Rosemarie Steinhage, Max Steller, Frauke Teegen, Elisabeth Trube-Becker, Renate Volbert, Ulrike Willutzki, Rudolf Wipplinger, Aiha Zemp und Manfred Zielke.


Rezensionen:

„Inzwischen ist die Literatur zum Thema ,Sexueller Missbrauch‘ kaum noch zu überblicken. Jedoch vermögen nur wenige Bücher, die gegenwärtig auf dem Markt sind, einen systematischen und umfassenden Überblick zu bieten. Eine Ausnahme stellt das von Gabriele Amann und Rudolf Wipplinger herausgegebene Buch dar, welches wohl als das derzeit differenzierteste und anspruchvollste Werk zu diesem Thema gelten kann. In der 2005 erschienenen 3., überarbeiteten und erweiterten Auflage (Erstauflage 1996), wird der Versuch unternommen, aus verschiedenen professionellen Perspektiven einen Überblick über den aktuellen Wissens- und Forschungsstand zu sexuellem Missbrauch zu geben.
Die thematische Spannweite reicht von der Epidemiologie und Ätiologie über Folgen, Coping, Diagnostik und Therapie bis hin zu Prävention und juristischen Aspekten. Auf hohem Niveau referieren ausgewiesene Experten den State of the Art ihrer jeweiligen Thematik. Die Aufsätze sind einheitlich gegliedert in eine Einleitung, einen Hauptteil mit verschiedenen Unterpunkten und eine Zusammenfassung bzw. abschließende Diskussion, was das schnelle Auffinden bestimmter Informationen sehr erleichtert. Umfangreiche Literaturangaben runden die insgesamt 50 Kapitel jeweils ab. Im Anhang sind relevante Auszüge aus den deutschen und österreichischen Strafgesetzbüchern als juristische Hintergrundinformationen zu finden. Der Schwerpunkt dieses Handbuches liegt auf der Perspektive der Opfer von sexuellem Missbrauch, ohne dass jedoch die Täterseite ganz ausgeblendet würde. Aus forensischer Sicht werden der therapeutische Umgang mit dem ,Verantwortungs-Abwehr-System‘ der Täter, die Psychopathologie pädophiler oder paraphiler Täter, die Ursachen sexueller Gewalt, die systemische Therapie mit jugendlichen Tätern sowie die Therapie mit Tätern in Strafvollzug verständlich dargestellt und differenziert betrachtet. Auch spezifische Problembereiche, wie z.B. sexueller Missbrauch in der Psychotherapie oder die Berichterstattung über sexuellen Missbrauch in den Medien, kommen in einzelnen Aufsätzen zur Sprache.
Vor allem Ätiologie, Diagnostik, Folgen und Therapie des sexuellen Missbrauchs werden ausführlich dargestellt. Anzumerken ist, dass im Kapitel über Therapie zum einen eine Differenzierung der Settings im ambulanten und im stationären Bereich fehlt. Zum anderen fehlen Aufsätze zur ,Psychodynamisch imaginativen Traumatherapie‘ (PITT) nach Luise Reddemann, zur ,Mehrdimensionalen Psychodynamischen Traumatherapie‘ (MPTT) von Gottfried Fischer et al. sowie zu EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing). Da diese therapeutischen Ansätze aufgrund ihrer integrativen Potenz sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich in den letzten Jahren zunehmende Akzeptanz und Verbreitung gefunden haben, wäre eine ausführlichere Darstellung wünschenswert gewesen. Dies ist jedoch der einzige Schwachpunkt des Buches. Alle anderen maßgeblichen therapeutischen Ansätze und Methoden wie Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, körperorientierte Therapie, Systemische Therapie, Therapie mit Tätern und Gesprächspsychotherapie wurden gebührend integriert. Der Blick auf die Opfer-Täter-Retter-Triade wird in spannender Weise durch historische, literarische und mediale Perspektiven erweitert.
Zusammenfassend handelt es sich bei diesem Werk von über 1000 Seiten wohl um das umfassendste und ausgewogenste Handbuch, das derzeit zu diesem Thema zur Verfügung steht. In einem Rutsch wird man es nicht durchlesen können, dazu ist die Kost zu schwer. Aber um sich einen profunden Überblick über einzelne Themen zu verschaffen, ist es sowohl für Fachleute als auch für interessierte Laien bestens geeignet und als Standardwerk uneingeschränkt empfehlenswert.“

Andrea Moldzio, in Zeitschrift für Sexualforschung, 4/2006



„Das umfangreiche Standardwerk von Gabriele Amann und Rudolf Wipplinger wurde 2005 in dritter, überarbeiteter und erweiterter Auflage herausgegeben (1. Aufl. 1996). Auf 1.027 Seiten bietet dieses Handbuch einen Überblick zu Forschung, Beratung und Therapie. In 50 Beiträgen internationaler Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis werden allgemeine Aspekte des sexuellen Missbrauchs (historische Perspektive, Definitionen), Verbreitung, Ursachen, Folgen und Bewältigung, Diagnostik, Therapie, Prävention und juristische Fragen eingehend bearbeitet.
Eine zentrale Forderung dieses Bandes ist sicher, dass mehr internationale Vergleichsforschung benötigt wird, etwa um zu klären, wie soziale und kulturelle Variablen das Problem beeinflussen. Hierfür müssen sensible Methoden und Instrumentarien entwickelt und vor allem Kategorien gebildet werden, die einen Vergleich mit anderen Studien zulassen (S. 86f.).“

BZgA Forum Sexualaufklärung und Familienplanung, 3/2010


[ Zur Übersicht ]