Aus unserer Reihe: Allgemeines Programm

Neumann, Wolfgang, Björn Süfke, Stefan Reinisch, Anna Julia Wittmann & Jens Flassbeck

Wi(e)der die therapeutische Ohnmacht

Ressourcenorientierte Psychotherapie in „schwierigen Fällen”

2005 , 296 Seiten

ISBN 978-3-87159-057-3

22.00 Euro

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Von der Wirksamkeit einer Ressourcenorientierung in der Psychotherapie ist zwar in letzter Zeit viel die Rede, selten aber wird konkret aufgezeigt, wie ein solcher psychotherapeutischer Ansatz in der Praxis umgesetzt werden kann – insbesondere wenn die Ressourcen der jeweiligen KlientInnen zunächst schwer erkennbar sind.

 

Die fünf PsychotherapeutInnen Wolfgang Neumann, Björn Süfke, Stefan Reinisch, Anna Julia Wittmann und Jens Flassbeck stellen daher in diesem Buch exemplarisch dar, wie ressourcenorientierte Psychotherapie in ganz erschiedenen psychosozialen Tätigkeitsbereichen aussehen kann. Dafür öffnen sie auch die Türen ihrer psychotherapeutischen Räume, um in zahlreichen Fallgeschichten sowohl vom Innenleben ihrer KlientInnen als auch von den eigenen inneren Prozessen im Verlauf einer Psychotherapie zu erzählen.

 

Mal ernst, mal witzig, mal traurig, auf jeden Fall aber immer auf äußerst lebendige Weise wird den LeserInnen vor Augen geführt, wie die in schwierigen Therapiesituationen entstehende „therapeutische Ohnmacht“ überwunden wird, wie misshandelte, abhängige, verängstigte oder niedergeschlagene Menschen ihren Geschicken durch Aktivierung persönlicher Kräfte eine Wende geben können, wie Psychotherapie auch Spaß machen kann und – last but not least – dass auch PsychotherapeutInnen tatsächlich Menschen sind.

 

 

 

 

 

INHALTSVERZEICHNIS

 

Einleitung  Wolfgang Neumann

Literatur

 

 

I  AMBULANTE PSYCHOTHERRAPIE – VERSORGUNG IN EINER PSYCHOLOGISCHEN PRAXIS  Wolfgang Neumann

 

1 Lebensbelastungen und Störungsbilder

1.1 Angststörungen und Panikattacken

1.2 Depressionen und Verstimmungen

1.3 Anpassungsstörungen

1.4 Somatoforme Störungen psychischen Ursprungs (das so genannte „Psychovegetative Syndrom“)

1.5 Sonstige Störungen

1.6 Ambulante Psychotherapie unter den sich verschärfenden sozioökonomischen Bedingungen

 

2 Ressourcenaktivierung

2.1 Therapeutische Ressourcen

2.2 Ressourcen innerhalb der therapeutischen Beziehung

2.3 Ressourcen der KlientInnen

 

3 Die Praxis

 

4 Fallbeispiele

4.1 „Knete-Therapie“

4.2 Bitte hier keinen Müll abladen!

4.3 Ich mache immer alles falsch!

4.4 Im Bergwerk zu Hause oder Der Handstand in der Therapie

4.5 Ich möchte nicht mehr leben

4.6 Die Zigarre in der Therapie

 

Literatur

 

 

II  PSYCHOTHERRAPEUTISCHE ARBEIT MIT MÄNNERN IN EINER MÄNNERBERATUNGSSTELLE  Björn Süfke

 

1 Männlichkeit: Eine Störung?

1.1 Das männliche Dilemma

1.2 Das männertherapeutische Dilemma

 

2 Die Männerberatungsstelle

 

3 Ressourcenorientierte ambulante Psychotherapie mit Männern

3.1 Männer-Probleme

3.2 Männer-Ressourcen

3.3 Männer-Therapie

 

4 Fallbeispiele

4.1 Sprechen hilft!

4.2 Verstand trifft Gefühle

4.3 Love to be loved

4.4 Eigene Brötchen backen

4.5 Der Krieger-Koch

4.6 Flieg, Schmetterling, flieg!

 

Literatur

 

 

III  PSYCHOTHERAPIE BEI MÄNNLICHEN JUGENDLICHEN IN DER STATIONÄREN JUGENDHILFE  Stefan Reinisch

 

1 Lebensbelastungen und Störungsbilder

 

2 Rahmenbedingungen

2.1 Geschichte der Psychotherapie in der stationären Jugendhilfe

2.2 Ein langer Leidensweg

2.3 Folgen sich verschärfender sozioökonomischer Bedingungen

2.4 Motivation der Jugendlichen

2.5 Das institutionelle Spannungsfeld

 

3 Ressourcenaktivierung

3.1 Persönliche Erfahrungen, Fähigkeiten und Eigenarten

3.2 Ressourcen der männlichen Jugendlichen

3.3 Ressourcen innerhalb der therapeutischen Beziehung

 

4 Fallbeispiele

4.1 Wenn ein Laubfrosch stehen bleibt oder „Gelitten“

4.2 Nein sagen ist besser als Ja sagen

4.3 Wie aus Kindern Monster werden und aus Monstern Jugendliche!

4.4 Oh, wie schön ist Kasachstan

 

Literatur

 

 

IV  DIE ARBEIT MIT SEXUELL TRAUMATISIERTEN FRAUEN IN EINER FACHBERATUNGSSTELLE  Anna Julia Wittmann

 

1 Trauma, Folgen und Bewältigung

1.1 Typische Überlebens- und Bewältigungsstrategien traumatisierter Menschen

1.2 Bewältigung durch Dissoziation

 

2 Wichtige Ressourcen für die traumatherapeutische Arbeit

2.1 Ressourcen der BeraterInnen und TherapeutInnen

2.2 Ressourcen innerhalb der therapeutischen Beziehung

2.3 Ressourcen der KlientInnen

 

3 Vorgehensweisen und Methoden

3.1 Überblick über Ziele und Ablauf einer Traumatherapie

3.2 Methoden zur Stabilisierung

3.3 Besonderheiten in der Arbeit mit multiplen Klientinnen

 

4 Das Konzept der Beratungsstelle

 

5 Fallbeispiele

5.1 Mut tut gut – und Wut?

5.2 Vom Mittelalter ins Hier und Jetzt

5.3 Geisterstunde

5.4 Quintessenz

 

Literatur

 

 

V  STATIONÄRE PSYCHOTHERAPIE DER DROGENABHÄNGIGKEIT 

Jens Flassbeck

 

1 Rahmenbedingungen

1.1 Allgemeine Ressourcen

1.2 Drogenabhängigkeit als Ressourcenmangel

1.3 Klinik und Konzeption

 

2 Psychotherapeutische Ressourcen

2.1 Therapieziele

2.2 Patientenressourcen

2.3 Therapeutenressourcen

2.4 Methodische Ressourcen

 

3 Fallbeispiele

3.1 Rainer – Ein trauriger Elefant

3.2 Waldemar – Ein russischer Bär

3.3 Nikolai – Ein Stein kommt ins Rollen

3.4 Wladimir – Reden ist Verrat

3.5 Juris Traum oder die Geschichte einer Versöhnung

 

Literatur

 

Nachwort  Wolfgang Neumann

 

Über die Autorin und die Autoren

 

 

 

Rezensionen:

„Dem therapeutischen Burn-out-Syndrom das Leben schwer zu machen ist ein Anliegen der Autoren – die Medizin besteht aus ‚Freude und Lust, Kampf und Frust, Engagement und Liebe’. Spätestens seit den Arbeite von Grawe und Mitarbeitern (1994) gewinnt das Paradigma der Ressourcenorientierung zunehmende Bedeutung in der psychotherapeutischen Ausbildung und Arbeit ... Insofern ist der Gegenstand des vorliegenden Buches nicht neu. Neu jedoch ist die praxisnahe Darstellung einer individuellen, liebevoll kreativen, manchmal verblüffenden Nutzung von Ressourcen im psychotherapeutischen Kontakt. Paradoxerweise demonstrieren die Autoren, die allesamt psychotherapeutisch tätig sind, dass gerade auch aversive Gefühle von Angst, Ohnmacht, Langeweile auf Therapeuten- oder Klientenseite bedeutsame Ressourcen sind, die aus scheinbar verfahrenen Therapiesituationen heraushelfen können. Wolfgang Neumann, Björn Süfke, Stefan Reinisch, Anna Julia Wittmann und Jens Flassbeck beleuchten das ressourcenorientierte Arbeiten aus unterschiedlichen psychosozialen Tätigkeitsbereichen.
...Die Ressourcen des kürzlich im dgvt-Verlag erschienenen Buches liegen in der lebendigen, schulenübergreifenden, vor allem aber kreativen und humorvollen Schilderung und Reflexion der psychotherapeutischen und beratenden Arbeit mit Klienten im ambulanten und stationären Setting, abgerundet mit einer Prise Lyrik, ohne dass die Darstellung einer wissenschaftlich-theoretischen Fundierung hinsichtlich Phänomenologie, Genese und Therapieplanung der unterschiedlichen im Text behandelten Erkrankungen zu kurz kommt. Die einzelnen Beiträge fügen sich dank ihres vereinheitlichten Aufbaus sowie einer übersichtlichen Gliederung zu einem kohärenten Gesamtwerk, das zu lesen Genuss und der eignen therapeutischen Tätigkeit reichhaltige Anregung verspricht.“

Udo Baumann, in Verhaltenstherapie & psychosoziale Praxis, 1/2006

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