Aus unserer Reihe: Allgemeines Programm

Fliegel, Steffen & Kämmerer, Annette (Hrsg.)

Psychotherapeutische Schätze II

130 weitere praktische Übungen, Methoden und Herausforderungen

2015 , 272 Seiten

ISBN 978-3-87159-292-8

24.80 Euro

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2., erweiterte Auflage

 

„Eine zweite empfehlenswerte Schatztruhe von Praktikern für die Praxis.“

(Britta Liebing, Psychologie Heute, 10/2010)

„Ein Nachschlagewerk, das in keinem Bücherregal fehlen sollte und über die Jahre mit Sicherheit nicht einstaubt.“

(Kirsten Oleimeulen, socialnet.de)

 

Seit Erscheinen des ersten sehr erfolgreichen Bandes der „Psychotherapeutischen Schätze“ hat sich die Vielfalt der psychotherapeutischen Aufgaben keineswegs verringert. Im Gegenteil: Der Anteil an Kindern und Jugendlichen, die therapeutische Hilfe benötigen, wächst; Ähnliches gilt für ältere und alte Menschen. Immer häufiger finden Behandlungen in Gruppen statt oder sind mehrere Personen in das therapeutische Handeln integriert, z.B. Eltern, Lehrer, Partnerinnen oder Partner.

Auch in diesem Buch geben 40 erfahrene Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verschiedener therapeutischer Orientierungen Auskunft über ihre therapeutischen Vorgehensweisen, ihren Umgang mit speziellen Situationen und Herausforderungen im therapeutischen Prozess: Was ist möglich, um den Zugang zu innerem Erleben zu erleichtern? Wie kann ein Ambivalenzkonflikt reflektiert und bearbeitet werden? Wie können in und zwischen den einzelnen Therapiesitzungen Ressourcen aktiviert werden? Wie sind Ansprüche seitens des Patienten oder der Patientin nach mehr Nähe und Zuwendung zu beantworten? Welche Möglichkeiten gibt es, um schwer zu verbalisierendes, emotionales Erleben zu aktivieren? Wie kann der Körper, wie das Körpererleben stärker in den therapeutischen Prozess einbezogen werden?

 

In zahlreichen Übungen, Methoden und Techniken und – neu in diesem zweiten Band – Reaktionsmöglichkeiten auf therapeutische Herausforderungen werden Impulse und Anregungen zum therapeutischen Handeln gegeben.

 

 

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Rezensionen:

Schatztruhe für Therapeuten
Mit Spannung erwartet, liegt nun der zweite Band der „Psychotherapeutischen Schätze“ vor. Bereits im ersten Teil stellten die Autoren die Palette der im Praxisalltag bewährten psychotherapeutischen Interventionen dar und zeigten, wie schulenübergreifende Methoden und Techniken für eine integrative psychotherapeutische Arbeit nutzbar gemacht werden können.
Erfahrene Psychotherapeuten unterschiedlicher therapeutischer Richtungen haben die Sammlung nun um ihre „psychotherapeutischen Schätze“ erweitert. Die einzelnen Übungen werden ausführlich beschrieben, dabei erfährt der Leser auch, für welche Indikation und Zielgruppe die jeweilige Übung anwendbar ist, wie lange sie dauert und welches Material benötigt wird. Für Psychotherapeuten sind neue kreative Ideen immer willkommen, um den psychotherapeutischen Prozess zu bereichern. Deshalb ist auch dieser neue Band zum einen zum Schmökern und Entdecken neuer Methoden geeignet, zum anderen aber auch als Nachschlagewerk einsetzbar, da sich durch eine Übersicht mit Querverweisen zu den psychologischen Ansatzpunkten entsprechende Interventionen schnell finden lassen. Neu in diesem Band ist das Kapitel „Herausforderungen“, in dessen Mittelpunkt Empfehlungen zum Umgang mit schwierigen Patienten stehen. Um den sich verändernden psychotherapeutischen Herausforderungen gerecht zu werden, wurden mehr Übungen für die Arbeit mit Paaren, Kindern und Jugendlichen aufgenommen sowie Hinweise zur Anwendbarkeit der Übungen bei älteren Patienten. Eine zweite empfehlenswerte Schatztruhe von Praktikern für die Praxis.

Britta Liebing, Psychologie Heute 10/2010



Himmel und Hölle
Rabbi Sussja und Gott hatten ein Gespräch über den Unterschied zwischen Himmel und Hölle. Zur Veranschaulichung beschloss Gott dem Rabbi Himmel und Hölle zu zeigen. Zunächst gingen sie gemeinsam in die Hölle. Diese bestand aus einem Raum, in dem ein großer Tisch mit köstlich duftenden Speisen stand. Um den Tisch herum saßen Menschen, die verzweifelt und ausgehungert aussahen. Alle hatten sie einen Löffel in der Hand. Einen langen Löffel, der gerade bis zu den Schüsseln reichte. Allerdings waren die Löffel länger als die Arme und so konnten sie die köstlichen Speisen zwar abschöpfen, aber nicht zum Mund führen. Und so war das Leiden groß. Anschließend gingen beide in den Himmel. Zur Überraschung des Rabbis ähnelte sich die Situation. In einem Raum stand ein Tisch mit einem ebenso köstlich riechenden Speisen. Aber die Menschen in diesem Raum waren glücklich, sahen wohl genährt aus, lachten und scherzten. Und das, obwohl sie die gleichen langen Löffel in Händen hielten. Der Rabbi war verwirrt. Gott klärte die Situation auf: „Weißt du, Rabbi, eigentlich ist die Sache ganz einfach. Die Menschen in diesem Raum haben gelernt, sich gegenseitig zu füttern!“

Herausgeberin und Herausgeber
Dr. Steffen Fliegel ist der Psychologe der WDR2 WESTZEIT. Steffen Fliegel (Jahrgang 1949) wurde in Dresden geboren. Psychologie studierte er in Münster, wo er heute auch wohnt und arbeitet. Er ist ausgebildet als Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut und als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut. Nach beruflichen Stationen als Hochschulassistent, Psychologischer Leiter einer Fachklinik und Geschäftsführer eines Psychotherapiezentrums arbeitet Steffen Fliegel heute bei der Münsteraner Gesellschaft für Klinische Psychologie und Beratung und ist Ausbildungsleiter der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V.

Prof. Dr. Annette Kämmerer ist approbierte Professorin am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg. Sie hat in Gießen und Heidelberg Psychologie, Soziologie und Philosophie studiert und ist auf einer Stelle als Akademische Direktorin an der Universität Heidelberg tätig. Seit 1.10.2003 leitet sie gemeinsam mit Herrn Professor Barnow die verhaltenstherapeutische Hochschulambulanz am Psychologischen Institut und ist zudem Mitglied im Leitungsgremium des „Zentrums für Psychologische Psychotherapie“ am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg.

Herausforderungen in der psychotherapeutischen Praxis
Das Ziel von Psychotherapie besteht darin, festgefahrene Muster des Denkens, des emotionalen Erlebens und Verhaltens aufzubrechen und dem Individuum seine Entwicklungsfähigkeit zurückzugeben. Da der Mensch und seine sozialen Beziehungen komplexe Systeme darstellen, muss man über die Funktionsweise solcher komplexer Systeme Bescheid wissen, um sie durch äußere Einflüsse steuern zu können. Die Synergetik erklärt ebendiese Funktionsweise. Faszinierend ist, dass die aktuellen Entwicklungen der Gehirnforschung und der Psychobiologie optimal in diesen Rahmen passen, da ja auch das Gehirn als selbstorganisierendes System funktioniert. Die Synergetik liefert demnach den theoretischen Rahmen zur Erklärung der Zusammenhänge zwischen Psyche und Gehirn. Durch diese aktuellen Forschungsergebnisse der Synergetik lässt sich nachweisen, dass psychotherapeutische Methoden wirken. Sie sind in ihren Methoden und Techniken unterschiedlich, aber in ihrer Wirkung gleich.

Aufbau
Das Buch „Psychotherapeutische Schätze II“ ist ebenfalls in bewährter Tabellenform aufgebaut. Jede Methode wird in einer gleichförmigen Tabelle vorgestellt. … Um die Arbeit mit dem Buch zu erleichtern, findet der Lesende verschiedene Übersichten vor. Es wird eine alphabetische Übersicht der Übungen, eine alphabetische Übersicht der Autoren/-innen mit den entsprechenden Übungen sowie eine alphabetische Differenzierung der Übungen anhand der psychologischen Ansatzpunkte, des therapeutischen Settings und der Zielgruppe angeboten. Der Aufbau entspricht somit dem des Buches „Psychotherapeutische Schätze I“.

… An den Methodenteil des Buches schließen sich Herausforderungen an, die der therapeutische Alltag mit sich bringt. Auch dieser Teil des Buches ist tabellarisch aufgebaut. Er hat die folgende Struktur:
  • Patient/-in sagt
  • Mögliche Therapeuten/-innen Antwort
  • Was kann mit der Verbalisierung erreicht werden (Ziel)?
  • In welchem Setting ist sie anwendbar?
  • Autor/-in
Inhaltlich werden Themen wie z.B. die „Ja aber …“ Haltung von Klienten/-innen, „Mama mir ist langweilig, wann gehen wir endlich?“ oder „Nach unserer letzten Stunde ging es mir besonders schlecht …“ behandelt.

Diskussion
Die psychotherapeutischen Herausforderungen am Ende des Buches kommen leider viel zu kurz. Sie machen Appetit auf mehr und hätten ausführlicher in einem separaten Buch gewürdigt werden sollen. Vielleicht ist die tabellarische Form mit Stichwortcharakter für solche Zusammenhänge auch weniger geeignet.

Fazit
„Psychotherapeutische Schätze II“ ist eine logische Fortsetzung des ersten Bandes. Die Übungen sind weitaus bewegungsorientierter, kreativer und körperbezogener als im ersten Band. Das Lesen der Methoden hat einen hohen Aufforderungscharakter und macht Lust auf mehr. Viele Übungen bieten sich zur Selbstexploration an und vermitteln dadurch den Wert der Übung sehr plastisch. Die Methoden können in verschiedene Schwierigkeitsstufen eingeteilt werden, so dass sie sich für Neuanfänger/-innen in der Psychotherapie genauso eignen wie für alte Hasen. Ein Nachschlagewerk, das in keinem Bücherregal fehlen sollte und über die Jahre mit Sicherheit nicht einstaubt.

Kirsten Oleimeulen, socialnet.de

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