Aus unserer Reihe: Allgemeines Programm

Bartmann, Ulrich

Laufen und Joggen für die Psyche

Ein Weg zur seelischen Ausgeglichenheit

2014 , 132 Seiten

ISBN 978-3-87159-295-9

11.00 Euro

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6., überarbeitete und erweiterte Auflage

„Wer dieses Buch gelesen hat, hat bereits den ersten Schritt
zur seelischen Ausgeglichenheit getan!“

(Nora Reim, runnersworld.de)

„Wir joggen für unser seelisches und körperliches Wohlbefinden und nicht, um anderen zu zeigen, dass wir die schnellsten, besten und größten Läufer sind.“

Unter diesem Leitmotiv steht das Buch „Laufen und Joggen für die Psyche“. Die Leser erhalten Informationen darüber, in welchem Ausmaß seelische Ausgeglichenheit und Stabilität, Kreativität und gesundes Selbstbewusstsein durch das Joggen hergestellt und erhalten werden können. Es wird gezeigt, in welchen Bereichen das Laufen zur Behandlung und Vorbeugung psychischer Probleme genutzt werden kann und welche großen Möglichkeiten bestehen, durch lockeres Joggen Belastungen wie Stress, Ängste und Depressionen abzubauen.

Der Autor motiviert insbesondere jene, die sich bislang keinen Dauerlauf zutrauen, etwas für ihr ohlbefinden zu tun und zu laufen. Konkrete – wissenschaftlich untermauerte und in der Praxis erprobte – Anleitungen, wie das Joggen erlernt werden kann und wie eventuell auftauchende Schwierigkeiten zu meistern sind, helfen gerade dem Noch-nicht-Jogger, sich diese großartige Möglichkeit einer umfassenden Selbstbeeinflussung anzueignen. Das gilt für alle Altersgruppen und ist unabhängig vom Geschlecht.


Über den Autor:

Prof. Dr. Ulrich Bartmann lehrte bis zum Herbst 2013 an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt Theorien und Handlungslehre der Sozialen Arbeit. Er schuf dort den Studienschwerpunkt „Soziale Arbeit mit psychisch kranken und suchtkranken Menschen“, in dem er auch nach seiner Pensionierung noch mitarbeitet. Es gehört mit zu seinen Methoden, Menschen, die unter großen Belastungen stehen oder auch psychische Probleme haben, Joggen als effektiven Weg der Selbsthilfe aufzuzeigen. Prof. Dr. Bartmann ist Psychologischer Psychotherapeut und Supervisor an Ausbildungsinstituten für Psychotherapie. Unter der Trägerschaft der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie gründete er 2003 eine Weiterbildung zum Lauftherapeuten/in (DGVT) deren Weiterbildungsleiter er ist. Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Publikationen, insbesondere auf den Gebieten des therapeutischen Laufens, der Abhängigkeiten und der Sozialen Arbeit.


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Leseprobe:

„Du läufst doch nur mit den Patienten, weil du selbst laufen willst“, lautete ein gängiges Vorurteil meiner Kolleginnen und Kollegen, als ich während meiner Tätigkeit in einer psychiatrischen Klinik das therapeutische Joggen einführte. Erst nachdem viele Mitglieder des therapeutischen Teams eigene Erfahrungen mit dem langsamen Dauerlauf machten, dämmerte die Erkenntnis, dass Laufen bei vielfältigen, höchst unterschiedlichen Problemen hilft und es keineswegs leicht ist, Psychiatriepatienten zum Joggen zu motivieren und mit ihnen ganz behutsam das Laufen zu trainieren.

Andere — Menschen ohne Lauferfahrung — hingegen meinten, dass ich schon immer ein ‘Marathon-Freak‘ gewesen sei und nun mein Hobby als (Pseudo-) Therapie hochstilisierte. Was dabei vergessen wird ist, dass ein Marathonlauf nichts mit therapeutischen Zielsetzungen zu tun hat. Laufunerfahrene Menschen schrecken Begriffe wie Marathon eher ab als sie dazu zu bewegen, sich auf das Erlebnis Laufen und Joggen einzulassen. Es geht mir aber gerade darum, die Menschen, die sich läuferisch nichts zutrauen, für diese effektive Methode der körperlichen wie seelischen Gesundheit zu motivieren. Diesen Menschen präsentiere ich mich gern als Modell, das sich von einem Lauf-Saulus zu einem Lauf-Paulus gewandelt hat.

Laufen gehörte zu meiner Schulzeit zu den Betätigungen im Sportunterricht, die für mich ausgesprochen aversiv waren. Bei dem typischen schulischen 1000-Meter-Lauf hatte ich keine Chance, irgendwelche Pluspunkte zu gewinnen. Wenn die Klasse losrannte, fiel ich schon nach wenigen Metern mit den berüchtigten Seitenstichen zurück. Da ich keinen Sinn in diesem auf Leistung statt auf Wohlbefinden ausgerichteten Lauf sah, bin ich dann — zum heftigen Ärger meines damaligen Sportlehrers — ca. 80% der Strecke gegangen!

Meine Entwicklung zu einem Läufer erfolgte, als ich — altersmäßig bereits Mitte 30 — in einer Fachzeitschrift einen Artikel las, dass mit Hilfe des langsamen Dauerlaufs Ängste von Alkoholkranken objektiv nachweisbar abgebaut wurden (Weber, 1984a). Meine Reaktion war die eines typischen Nichtläufers — die Ergebnisse kamen mir kaum glaubhaft vor. Als Verhaltenstherapeut hatte ich bereits ausgiebige Erfahrungen in der Therapie von Angstzuständen, und Laufen gehörte nicht zu den mir bekannten Methoden. Erst das systematische Durchforsten der diesbezüglichen wissenschaftlichen Literatur überzeugte mich. ‘Heimlich‘ machte ich im Urlaub meine ersten Lauferfahrungen ohne Leistungsdruck und wurde zum begeisterten Läufer.

Ich hätte vor 1984 nie geglaubt, dass ich einmal in der Lage sein würde, zwei Stunden ununterbrochen zu laufen. Und wenn mir damals jemand prophezeit hätte, dass ich auch noch bei Regen, Kälte und Schnee laufen würde — ich hätte ihn für krank erklärt. Heute jogge ich nach wie vor regelmäßig, ohne Leistungsehrgeiz, allein für meine körperlich-seelische Ausgeglichenheit. Seitdem ich laufe, geht es mir gesundheitlich um Klassen besser als zu meiner ‘Nichtläuferzeit‘. Ein hervorragendes körperliches Wohlbefinden und eine hohe psychische Belastbarkeit sind der Lohn für den beim Laufen vergossenen Schweiß.

Die entscheidenden Punkte für meine Wandlung waren:

- Das wissenschaftliche Studium der therapeutischen Möglichkeiten des Laufens.
- Ein Lauflernprogramm ohne Leistungsdruck.
- Das persönliche Erleben der Verbesserung des körperlich-seelischen Wohlbefindens.

Meine Erfahrungen als Psychologischer Psychotherapeut mit dem Einsatz des Joggens bei meinen Patienten und Patientinnen im Rahmen einer Gesamttherapie.
Mit meinem Buch will ich gerade die Leser, die sich keinen Dauerlauf zutrauen, motivieren, selbst etwas für ihr psychisches Wohlbefinden zu tun — und zu laufen. Zu diesem Motivationsaufbau gehört, zu erfahren, wie nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Stand Laufen und Joggen zur Behandlung und Vorbeugung psychischer Probleme eingesetzt werden kann. Dies geschieht — mit einem kurzen Abriss über die positiven körperlichen Effekte — im ersten Teil des Buches.

Es folgt die Erläuterung, wie diese Veränderungen durch das Laufen zustande kommen, einschließlich einer kritischen Betrachtung des inflationär gebrauchten Begriffs ,Therapie‘. Schließlich möchte ich den Leserinnen und Lesern ausführlich zeigen, wie sie, sei es allein oder in der Gruppe, das Joggen erlernen können.“

Rezensionen:

„,Anima sana in corpore sano‘, heißt es in den Satiren des römischen Dichters Juvenal. Körper und Geist miteinander in Einklang zu bringen, hat sich ein japanischer Laufausrüster zum Ziel gesetzt und die fünf Anfangsbuchstaben des lateinischen Sprichworts auf seine Laufschuhe geschrieben. Kann regelmäßiges Laufen tatsächlich bei psychischen Problemen helfen? Dieser Frage geht Ulrich Bartmann in dem im DGVT-Verlag erschienenen Buch ,Laufen und Joggen für die Psyche‘ nach.
Mit der fünften Auflage seines 132 Seiten starken Ratgebers will der Psychologie-Professor die positiven psychischen Effekte des Joggens wissenschaftlich erörtern und Nichtläufer zum langsamen Dauerlauf motivieren. Dabei geht es dem 61-jährigen Autor nicht darum, möglichst schnell vorwärtszukommen: ,Wir joggen für unser seelisches und körperliches Wohlbefinden und nicht, um anderen zu zeigen, dass wir die schnellsten, besten und größten Läufer sind.‘ Ob jemand läuft oder joggt (Zusammensetzung aus engl. jump = springen und go = gehen), erkenne man an der typischen Läufer-Frage: ,Wieviel läufst du?‘ Für Jogger wie Bartmann ist dagegen nicht die persönliche Bestzeit, sondern das eigene Wohlbefinden entscheidend. ,Wie fühlst du dich‘, lautet dementsprechend die Frage der selbsternannten Genuss-Läufer. Dennoch können Jogger zugleich Langstrecken-Läufer sein, sofern sie aerob laufen, d.h. nach dem Lauf nicht ins Hecheln kommen.
Unabhängig vom Tempo ist regelmäßige Bewegung bekannt als gut fürs Herz, gegen Stress und um abzunehmen. Aber gibt es Laufen auch auf Rezept? ,Laufen kann therapeutisch wirksam sein‘, schreibt Bartmann im achten Kapitel, ,dadurch wird nicht gleich aus jedem Lauf eine Therapie‘. Für eine Lauftherapie bedürfe es qualifizierter Therapeuten aus psychosozialen Berufen. Deshalb bildet Bartmann seit sechs Jahren Ärzte, Psychologen und Sozialpädagogen in Würzburg zu Lauftherapeuten aus.
Eine Lauftherapie sei weder Leistungssport noch eine Form der Psychotherapie, klärt der Autor auf: ,Psychotherapie behandelt körperliche und seelische Störungen durch die Psyche.‘ Laufen wirke dagegen über den Körper auf Körper und Psyche und könne daher nur eine Körpertherapie sein. Unumstritten ist die therapeutische Wirksamkeit von Sport.
Laufen kann nicht nur bei Stimmungstiefs, sondern auch bei Depressionen helfen. Das ergab die Literaturanalyse von Bartmann und Reule (2002): 29 von 35 überprüften Studien zeigten, dass Läufer niedrigere Depressionswerte aufweisen als Nicht-Sportler. Außerdem senkten sich die Depressionswerte bei Menschen, die mit dem Laufen beginnen. Denn Depressive sind – aus Angst vor Misserfolgen – inaktiv. ,Erst wenn die Aktivität wieder einsetzt, kommen Erfolgserlebnisse und damit Freude zurück‘, weiß der Autor. Deshalb empfiehlt Bartmann seinen Patienten, den Depressionen förmlich davonzulaufen.
Wie das geht, beschreibt der Autor anschaulich im letzten Kapitel ,Probieren geht über studieren – laufe selbst‘. Praktische Tipps von der richtigen Laufkleidung über Joggen mit Familie und Beruf bis hin zum ersten Wettkampf runden den gelungenen Ratgeber für Laufeinsteiger ab. Wer dieses Buch gelesen hat, hat bereits den ersten Schritt zur seelischen Ausgeglichenheit getan!“

Nora Reim, runnersworld.de


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