Aus unserer Reihe: Ki-Ju - Psychologie und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter

Klemenz, Bodo

Ressourcenorientierte Erziehung

Ein grundbedürfnisorientiertes und neurobiologisch gestütztes Erziehungsmodell

2012 , 464 Seiten

ISBN 978-3-87159-897-5

36.00 Euro

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2., überarbeitete und erweiterte Auflage

„Klemenz gelingt wirklich konsequent und einheitlich von Ressourcen auszugehen und in der Arbeit
mit Familien darauf abzuzielen. Da schleichen sich weder heimlich Umkehrungen einer Defizit- oder
Störungsperspektive und noch erhobener Zeigefinger ein. Damit ist das Buch eine Grundlage und
stützende Säule sowohl in der Theorielandschaft wie in der vielfältigen und herausfordernden
Erziehungslandschaft. Das Buch sei allen Professionellen in diesem Bereich ans Herz gelegt.“
(Cornelia Tsirigotis, Systhema, 2007)

 

Ressourcenorientierte Erziehung bietet einen neuartigen biologisch-psychologischen Erziehungsansatz, der auf eine nachhaltige Befriedigung angeborener psychischer Grundbedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zielt und somit zentrale Bedingungen des Gelingens von Erziehung fokussiert.

Anhand zahlreicher Beispiele aus der Erziehungsberatungspraxis wird gezeigt, wie sich durch ein konsequent grundbedürfnisbezogenes, ressourcenorientiertes Denken und Handeln von Eltern und anderen Erziehern aufgrund von grundbedürfnisbefriedigenden Erfahrungen das situative und habituelle biopsychosoziale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen optimieren lässt und damit den Betreffenden günstige Chancen zur Selbstoptimierung eröffnen.

Da das vorgestellte Erziehungskonzept auf relevanten Ergebnissen neurowissenschaftlicher und psychologischer Grundlagenforschung basiert, ist es weniger abhängig von Einflüssen aktueller „Erziehungsmoden“. Es versteht sich insofern als schulenübergreifender Erziehungsansatz einer biologisch orientierten Erziehungspsychologie, dessen neurobiologischen Grundlagen in der zweiten, überarbeiteten Auflage erstmals für alle psychischen Grundbedürfnisse dargestellt werden.
Das Buch wendet sich an Studierende und Professionelle der Psychologie, Pädagogik und Sozialwissenschaften sowie an Studierende von Fachhochschulen für Sozialpädagogik sowie an Pädiater, Lehrer, Sozialarbeiter und Erzieher.


Zum Autor

Dr. Bodo Klemenz, Dipl.-Psych., Berufstätigkeit als Schulpsychologe, langjähriger Leiter einer Erziehungsberatungsstelle, Sachverständiger für Familiengerichte in Sorgerechtsfragen, Lehrbeauftragter der Universität Göttingen (Pädagogische Psychologie), Expertentätigkeit für den Bundesverband des Deutschen Kinderschutzbundes. Diverse Veröffentlichungen über Ressourcen und andere Thematiken.


Rezensionen:

„Der Autor, langjähriger Leiter einer Beratungsstelle, hat vor vier Jahren ein grundlegendes und sehr konsequent auf eine Ressourcenperspektive ausgelegtes Werk zur Diagnostik und Therapie von Kindern und Jugendlichen vorgelegt (s.u.). Nun folgt eine ebenso konsequente wie weit umfassende Weiterführung, in der Bodo Klemenz einen theoretisch breit fundierten und empirisch gesicherten Blick auf die für die Optimierung von Erziehungskompetenzen erforderlichen Ressourcen legt. „Die Besonderheit des in dieser Arbeit praktizierten Vorgehens besteht allerdings darin, vornehmlich auf solche allgemeinpsychologischen oder teilbereichsspezifischen psychologischen Grundlagen zurückzugreifen, die auf empirisch gesicherten Erkenntnissen über die Bedingungen psychischen Funktionierens, des optimalen Erlebens und Verhaltens sowie von gelungener Entwicklung und Erziehung basieren“ (S. 22).
Dabei nutzt er alle Ressourcen, die sich in Therapie und Diagnostik als hilfreich erwiesen haben, zur Begründung eines schulenübergreifenden Modells von ressourcenorientierter Erziehung und einer Theorie der Erziehung, die er verortet in der Erziehungspsychologie und an der Grenze zu Erziehungswissenschaft. Er entwickelt die breiten Füße, auf denen sein Konzept steht, in Anwendung und Bezugnahme auf bedürfnistheoretische Vorstellungen von Epstein, den konsistenztheoretischen Ansatz von Grawe sowie die Entwicklungsaufgaben von Hawighurst. Die vier psychischen Grundbedürfnisse Bindung, Kontrolle und Orientierung, Selbstwerterhöhung und Selbstwertschutz sowie Lustgewinn und Unlustvermeidung dienen dabei als Ausgangspunkt und Ziel der Arbeit. Klemenz analysiert für jede Alterstufe Kindes- und Elternressourcen, wobei er diese auch unter der Fragestellung betrachtet, was als Metaressource zur Entwicklung weiterer Ressourcen dienlich sein könnte. Hier spielt vor allem ein befriedigtes Bindungsbedürfnis eine übergeordnete Rolle. Mit der Genauigkeit und Gründlichkeit seiner Arbeit bietet er ein sehr genaues und fein einstellbares Ressourcenmikroskop an. In den Folgerungen, die er für die praktische Arbeit mit Familien daraus ableitet, zeigt er auch mit vielen Fallbeispielen unterlegt, wie sich diese Ressourcen zur Optimierung des Selbstwirksamkeitserlebens und elterlicher Erziehungskompetenz nutzen lassen. Der Mensch entwickelt seine Ressourcen nicht mit sich allein. Die Einordnung von „Ressourcen als gesellschaftlich ungleich verteiltem Handlungspotential“ fällt bei Klemenz nicht unter den Tisch.
Was ich an dem Buch besonders schätze und weshalb ich es mit sehr viel Gewinn studiert und als Arbeitsbuch griffbereit habe: Klemenz gelingt wirklich konsequent und einheitlich von Ressourcen auszugehen und in der Arbeit mit Familien darauf abzuzielen. Da schleichen sich weder heimlich Umkehrungen einer Defizit- oder Störungsperspektive und noch erhobener Zeigefinger ein. Damit ist das Buch eine Grundlage und stützende Säule sowohl in der Theorielandschaft (in der ich die Tendenz bedaure, wieder zunehmend auf Störungs- und Defizitbeseitigung zu fokussieren) wie in der vielfältigen und herausfordernden Erziehungslandschaft. Das Buch sei allen Professionellen in diesem Bereich ans Herz gelegt.“

Cornelia Tsirigotis, Systhema, 2007


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